Der Konziliare Prozess muss weitergehen!
Drei Ökumenische Versammlungen in Dresden 1988, Magdeburg 1988 und Dresden 1989 haben entscheidend dazu beigetragen, dass im Bereich der damaligen DDR die Ziele Gerechtigkeit - Friedens - Bewahrung der Schöpfung bekannt und aktuell auf die Situation der DDR bezogen wurden. Mit der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 konnten diese Ziele für den Bereich der ehemaligen DDR teilweise verwirklicht werden: der Fall der Mauer, die Entmachtung der Staatssicherheit, der Aufbau einer parlamentarischen Demokratie und der Beginn eines wirksamen Naturschutzes mit der Beseitigung der angerichteten Naturschäden sind eindrucksvolle Veränderungen, die historische Bedeutung haben.
Im Weltmassstab ist das freilich nur ein winziger Schritt. Kriege und Waffenhandel haben zugenommen. Der weltweite Terrorismus, der seit 2001 die Welt in Ängste versetzt, hat erreicht, dass die ursprünglich sehr gute Asylgesetzgebung der Bundesrepublik verwässert und nahezu wirkungslos geworden ist. Der Hunger ist trotz der Entwicklungshilfe vieler Länder nicht geringer geworden. Die Migration ganzer Völker wird daher künftig zunehmen. Noch haben die reichen Länder kein wirksames Mittel zur Abhilfe der Not gefunden. Statt dessen versuchen sie die Migration durch einen virtuellen Bau einer Mauer um Europa zu verhindern. Das widerspricht in extremer Weise dem Konziliaren Prozess.
Das gleiche gilt für die Finanzkrise der Jahre 2008 + 2009. Durch Spekulationen mit Investmentpapieren wurde die Krise verursacht und behindert nun jegliche solide Wirtschaft. Sie treibt die Zahl der Arbeitslosen in die Höhe. Geld ist für Banker und Aktionäre nicht mehr ein normales Zahlungsmittel, sondern sie nutzen es über Börsenspekulationen zu ihrer eigenen Bereicherung.
Das Finanzsystem muss umgebaut werden. Nicht Sicherheiten, sondern Vertrauen als Grundlage der Kreditvergabe sind Schritte zu mehr Gerechtigkeit in der Welt. Nicht Entwicklungshilfe an korrupte Regierungen, sondern Kleinstkredite an die Ärmsten der Armen!
Was machen wir in der Finanz- und Eurokrise mit unserem Geld? Dazu ein Pressebericht und eine Leserzuschrift
Um der weltweiten Not zu begegnen, bedarf es vieler solcher kleinen Schritte, zu denen auch einzelne Menschen, Organisationen (NGO) und Kirchen fähig sind. Der Kirchenkreis “Henneberger Land” und die Hauptkirchengemeinde St. Marien in Suhl beteiligen sich an dem Unternehmen
Oikocredit
Das ist eine Bank mit Sitz in den Niederlanden, die Kleinstkredite zu sehr niedrigen Zinssätzen an Bauern und Handwerker in den Ländern mit sehr grosser materieller Not ausgibt. Die Kreditnehmer können mit dem Startkapital Kleinunternehmer werden und sind dadurch nicht mehr von den Grossgrundbesitzern und skrupellosen Geldverleihern abhängig. Zweigstellen in Deutschland gibt es auch. Man kann dem Oikocredit-Verein beitreten und Einlagen tätigen. Die Einlagen sind jederzeit rückzahlbar. Die Rendite ist sehr gering (1-2%), um die zinsgünstigen Kredite zu ermöglichen.
Auf ähnlicher Basis arbeitet auch die durch den Friedensnobelpreisträger Prof. Muhammad Yunus gegründete inzwischen weltweit operierende “Grameen-Bank” Diese Bank nennt sich Bank für die Armen und verlangt keine Sicherheiten für die Kreditvergabe. Die Tilgungsrate liegt dennoch bei 97 %. - ein Zeichen, dass sich Vertrauen lohnt.
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